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Letzte Aktualisierung: |
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17. September 2008 |
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Samtgemeide- Einsatzübung
Dachstuhlbrand in der Wasserschlossklinik
Neuharlingersiel
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Bericht aus dem "Anzeiger für Harlingerland": |
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Zwölf Personen aus Klinik gerettet. Alarmplanübung für
die Feuerwehren der Samtgemeinde Esens ein Erfolg / Schwachstellen
aufgedeckt
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Neuharlingersiel – Sich auf das wohl verdiente und sonnige Wochenende
freuend, wurden die Feuerwehren der Samtgemeinde Esens am Freitagabend
um 18.38 Uhr vom Rasenmäher, Grill, Abendbrot mit der Familie oder vom
späten Wochenendeinkauf weggerissen. Der Grund war eine Alarmplanübung
in der Reha- Klinik Neuharlingersiel. Im Obergeschoss ist aus noch
ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen, Personen werden vermisst.
Das ist die Ausgangslage einer groß angelegten Alarmplanübung unter
Leitung von Neuharlingersiels Ortsbrandmeister Michael Janssen. Noch
gar nicht lange in diesem Amt war es für ihn die erste Übung dieser
Dimension, ebenso für Thomas Grunze, den Geschäftsführer der Reha-
Klinik Neuharlingersiel. |
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Grund für die Übung war eine Anordnung des Kreisbrandmeisters Wilfried
Janssen, der gefordert hat, dass für alle Gebäude im Landkreis Wittmund ab
einer bestimmten Größe und mit einem besonderen Gefahrenpotential umgehend
Alarmpläne zu erstellen sind. „Für die Klinik liegt ein Alarmplan vor“,
erklärte der Kreisbrandmeister. Ob das hausinterne System funktioniert,
davon konnte sich der Geschäftsführer der Klinik selbst ein Bild machen.
Das Zusammenspiel der Feuerwehren beobachtete und analysierte Wilfried
Janssen: Nachdem der hausinterne Alarm ausgelöst wird, springt neben dem
Haupteingang eine Schlüsselklappe auf, die den Feuerwehrkräften den
Zutritt zu jeder Tag- und Nachtzeit ermöglicht. Als dichter Qualm aus dem
Dachgeschoss dringt, schreit eine Frau auf einem Balkon um Hilfe. Hinter
einem Fenster machen weitere Personen auf sich aufmerksam. Sie sind als
Darsteller solcher Szenarien speziell geschult. Hilfeschreie, Wehklagen
vor Schmerzen und die aufgepinselten Verletzungen wirken echt. Für die
Atemschutzgeräteträger bei 27 Grad Außentemperatur auch während einer
Übung eine zusätzliche psychische Belastung nah an der Realität. Die
meisten Patienten und das Klinikpersonal verlassen die Gebäude auf den
vorgeschriebenen Fluchtwegen und gehen zu den Sammelstellen – sofern sie
die Anleitungen für den Ernstfall, die auf den Zimmern der Patienten
liegen, gelesen haben. Wegen des guten Wetters sind viele am Strand. Wie
viele ist ungewiss. Am Ende werden zwölf Personen vermisst, darunter zwei
Monteure, der Hausmeister und ein Koch. Der Alarm geht zunächst an eine
Sicherheitsfirma in Oldenburg. Diese fragt zurück, ob es sich um einen
Ernstfall oder Fehlalarm handelt. Dann wird die Leistelle in Wittmund in
Kenntnis gesetzt, die jetzt Alarm auslöst. Sechs Minuten sind bereits
vergangen. Die ersten, die am Übungsort eintreffen, sind die
Neuharlingersieler. Sofort machen sie sich unter schwerem Atemschutzgerät
auf den Weg ins Hauptgebäude, um die Frau auf dem Balkon und die weiteren
Personen zu retten. Wegen der Größe des Gebäudes und der Anzahl der
Personen, die sich hier im Normalfall aufhalten, werden auch die übrigen
Wehren der Samtgemeinde Esens hinzugezogen, ebenso die Drehleiter aus
Wittmund, besetzt mit Esensern, weil die Wittmunder an diesem Abend eine
Sitzung haben. „Auch das ist eine gute Übung“, sagt Wilfried Janssen.
Insgesamt sind zwölf Personen vermisst, die nach und nach gefunden und
gerettet werden können, darunter der Koch, der auf einer Trage über enge
Flure durch das enge Treppenhaus ins Freie getragen wird. Geborgen wird
auch der Hausmeister, der sich im Technikraum des Schwimmbades aufgehalten
hat, wo Chlor ausgetreten ist, so die Annahme für die Rettungskräfte, die
hier nur in so genannten CSA (Chemie-Schutz-Anzügen) zum Opfer vordringen
können. Auch der Hausmeister wird am Sammelplatz von den Sanitätern und
Helfern des DRK Esens versorgt. Zeitgleich wird die letzte vermisste
Patientin in ihrem Zimmer unter einer Matratze entdeckt. Sie kann nur noch
auf der Trage festgezurrt mit der Drehleiter über einen Balkon gerettet
werden. Nach gut einer Stunde ist die Alarmplanübung abgeschlossen.
Einsatzleiter Michael Janssen hat seine Aufgabe souverän gemeistert.
„Alles ist sehr gut verlaufen“, sagt Kreisbrandmeister Wilfried Janssen.
Auch der Geschäftsführer der Klinik, Thomas Grunze, ist zufrieden. Er
beruhigt einzelne durch die unangekündigte Übung verstörte Kinder unter
den Patienten und lädt die Einsatzkräfte zum Essen ein. |
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